Sehr geehrte Damen und Herren,
Bezug nehmend auf die vielen Zuschriften, die unsere Fraktionen erhalten hat, möchten wir Stellung zur aktuellen Haushaltspolitik in Kaiserslautern nehmen.
Die Konsolidierung des Haushaltes ist eine Aufgabe, die die Ratsarbeit auf Jahre hinaus prägen wird. Die FDP Fraktion im Stadtrat Kaiserslautern steht zur Notwendigkeit dieser Haushaltskonsolidierung.
Gerade auf Grundlage der großen Verantwortung, die dem Stadtrat in dieser Frage zukommt, ist es umso wichtiger, Prioritäten zu setzen und Schwerpunkte richtig zu legen.
Wie Sie der Berichterstattung „Der Rheinpfalz“ entnehmen konnten, wurde mit den Stimmen der Fraktionen der „Christlich Demokratischen Union“, der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ und der „Freien Wähler Gruppe“ in Kaiserslautern bereits Schwerpunkte im Rahmen der Haushaltsberatungen gesetzt. Wir halten diese Beschlussvorschläge für die Sitzung des Stadtrates für nicht zielführend und kontraproduktiv für die Entwicklung der Stadt Kaiserslautern.
Auf Empfehlung der oben genannten Fraktionen werden Spielräume in der Parkraumbewirtschaftung (Samstags kostenfrei parken) nicht ausgenutzt. Dies stellt eine Mindereinnahme von geschätzten 710 Tsd. Euro pro Jahr dar. Im Gegenzug wurden, um nur einige zu nennen, folgende Konsolidierungsbeiträge befürwortet:
- Erhöhung der Nutzungsgebühren bei der Stadtbibliothek
- Erhöhung der Entgelte der Musikschule
- Ausnutzung des Ermessensspielraum bei den Elternbeiträgen für Kindertagesstätten
- Erhöhung der Eintrittspreise bei städtischen Konzerten
- Erhöhung der Eintrittspreise bei Warmfreibad und Waschmühle
- Reduzierung des Zuschusses an die Kammgarn
- Reduzierung der Sportförderung
- Kürzung des Sachkostenzuschusses für Kindertagesstätten
Die von uns kritisierten Maßnahmen stellen einen Kostenblock von etwa 600 Tsd. Euro pro Jahr dar. Verrechnet man diese Konsolidierungsbeiträge mit dem Konsolidierungsverzicht aus den Parkeinnahmen, so könnte man immer noch einen Mehrbeitrag von 110 Tsd. Euro zur Haushaltskonsolidierung verbuchen.
Auch der Versuch, die oben genannten Einsparungen, auf Grundlage einer erweiterten Parkraumbewirtschaftung, zu halbieren wurde durch die Fraktionen von CDU,SPD und FWG abgelehnt.
Ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, Senkung der Vergütung für Ratsmitglieder, wurde im übrigen auf Antrag der CDU-Fraktion gestrichen.
Aus der Sicht unserer Fraktion ist es nicht angemessen, daß das kostenfrei Parken an Samstagen eine höhere Priorität einnehmen soll, als z.B. der Sachkostenzuschuss für Kindertagesstätten. Die Politik von CDU, SPD und FWG bedeutet einen sozialen und kulturellen Kahlschlag zu „Nutzen“ der Parkraumbelegung in Kaiserslautern.
Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, nochmals Kontakt mit den Kollegen von CDU, SPD und FWG aufzunehmen und diese Politikausrichtung zu diskutieren.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Kennel
(Fraktionsvorsitzender)